Büroplanung · IT-Asset-Management

Softwarelizenzen verwalten

Was eine Lizenz beschreibt, welche zwei der vier Angaben eine fremde Datenquelle brauchen und wo Plätze ohne Messung zurückkommen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Lizenz ist ein Nutzungsrecht mit Anzahl, Laufzeit und Preisbasis. Sie ist kein Gerät und gehört deshalb in eine eigene Liste.
  • Vier Angaben beschreiben eine Lizenzlage: Berechtigung, Zuweisung, Installation und gemessene Nutzung. Die ersten beiden pflegt der Mensch, die letzten beiden liefert ein System.
  • Wer nur Berechtigung und Zuweisung hat, kann Überbuchung erkennen. Über tatsächliche Nutzung sagt das nichts aus.
  • Der Platz einer Lizenz hängt an einer Person oder an einem Gerät. Beides kommt vor, und die Entscheidung folgt dem Lizenzmodell des Herstellers.
  • Rückholbare Plätze entstehen an drei Stellen: inaktive Personen, eingelagerte Geräte und laufende Austritte.
  • Eine Rückholempfehlung ohne Nutzungsdaten ist eine Vermutung. Sie sollte ihren Beobachtungszeitraum nennen oder ungenannt bleiben.
  • Laufzeit und Kündigungsfrist gehören als Frist erfasst. Die teuerste Lizenz ist die, die sich automatisch um ein Jahr verlängert hat.
  • Der Abgleich mit dem Personalbestand ist die wirksamste einzelne Maßnahme. Jeder Austritt ohne Lizenzrückgabe kostet weiter.
Grundlagen

Was eine Lizenz beschreibt

Eine Softwarelizenz ist ein Nutzungsrecht. Sie hat eine Anzahl, eine Laufzeit, eine Preisbasis und einen Vertragspartner. Damit unterscheidet sie sich grundlegend von einem Gerät, das eine Seriennummer und einen Ort hat. Beide gehören trotzdem in dasselbe IT-Asset-Management, weil beide Geld kosten und beide jemandem zugeordnet sind.

Ohne die Preisbasis lässt sich keine Jahreskostenrechnung aufstellen. Ohne die Bindung ist unklar, was beim Gerätetausch passiert.
AngabeBeispielWozu sie gebraucht wird
Gekaufte Plätze25Vergleich mit der Zahl der Zuweisungen
Laufzeit01.01.2026 bis 31.12.2026Frist für Kündigung und Verlängerung
Preisbasisje Platz und MonatHochrechnung auf Jahreskosten
BindungPerson oder GerätEntscheidet, wer den Platz belegt
VertragspartnerHersteller oder HändlerAnsprechpartner bei Prüfung
Datenlage

Vier Angaben, von denen zwei eine Quelle brauchen

Eine vollständige Lizenzlage besteht aus vier Angaben, und sie werden regelmäßig durcheinandergebracht. Der Unterschied entscheidet, welche Aussage möglich ist.

Die ersten beiden Zeilen genügen für die Frage nach Überbuchung. Für die Frage nach ungenutzten Plätzen genügen sie nicht.
AngabeWas sie sagtWoher sie kommt
BerechtigungSo viele Plätze wurden gekauftVertrag und Rechnung
ZuweisungDiese Person oder dieses Gerät hat einen Platzeigene Pflege
InstallationDie Software liegt auf diesem RechnerGeräteverwaltung
NutzungDie Software wurde im Zeitraum benutztMessung im System
Der häufigste Trugschluss

„22 von 25 Plätzen sind zugewiesen, also sind drei frei.“ Das stimmt. „Also nutzen 22 Personen die Software“ stimmt nicht. Zwischen Zuweisung und Nutzung liegt in der Praxis ein zweistelliger Prozentsatz.

Kostensenkung

Wo Plätze zurückkommen

Rückholbare Plätze entstehen an drei Stellen, und alle drei lassen sich ohne Messdaten finden. Sie folgen aus dem eigenen Bestand.

  • Inaktive Personen. Der Status steht auf inaktiv oder in Elternzeit, die Lizenz läuft weiter.
  • Eingelagerte Geräte. Das Gerät liegt im Lager, die gerätegebundene Lizenz zählt weiter. Die Inventur bringt diese Fälle ans Licht.
  • Laufende Austritte. Das Offboarding ist begonnen, die Zugänge sind noch offen.
Sparpotenzial je Jahr
rückholbare Plätze × Preis je Platz und Monat × 12

Beispiel: 13 rückholbare Plätze zu 2,50 Euro im Monat ergeben 390 Euro im Jahr. Der Betrag ist klein genug, um ihn zu übersehen, und groß genug, um ihn zu holen.

13 × 2,50 € × 12 = 390 € je Jahr

Die vierte Quelle, ungenutzte Plätze bei aktiven Personen, braucht Messdaten. Ohne sie bleibt jede Aussage darüber eine Vermutung, und eine Rückholung auf Verdacht kostet mehr Vertrauen, als sie an Lizenzgebühren spart.

Termine

Kündigungsfrist vor Vertragsende

Zwei Daten gehören zu jedem Lizenzvertrag, und das wichtigere ist das frühere. Das Vertragsende sagt, wann die Leistung wegfällt. Der Kündigungsstichtag sagt, wann die letzte Gelegenheit zum Ausstieg ist.

Kündigungsstichtag
Vertragsende minus Kündigungsfrist

Beispiel: Vertragsende 31.12.2026, Kündigungsfrist drei Monate. Der Stichtag ist der 30.09.2026. Wer erst im November prüft, zahlt ein weiteres Jahr.

31.12.2026 − 3 Monate = 30.09.2026

Bei automatischer Verlängerung ist der Stichtag die einzige Frist, die zählt. Er gehört in dieselbe Fristenliste wie Garantien und Prüftermine, damit er in derselben Erinnerung erscheint. In der Fristenverwaltung für IT-Assets laufen Lizenzfristen, Garantien und Rückgabetermine in einer gemeinsamen Liste zusammen.

FAQ

Häufige Fragen

Gehören Lizenzen und Geräte in dieselbe Liste?

Nein. Eine Lizenz hat Anzahl und Laufzeit, ein Gerät hat Seriennummer und Ort. In einer gemeinsamen Liste bleiben in jeder Zeile die Hälfte der Spalten leer. Verbunden werden beide über die Zuweisung eines Platzes an ein Gerät oder eine Person.

Wie erkenne ich eine Überbuchung?

Die Zahl der Zuweisungen ist größer als die Zahl der gekauften Plätze. Das ist eine reine Rechenfrage aus dem eigenen Bestand und braucht keine Messdaten. Bei einer Herstellerprüfung ist genau diese Differenz die teure. Wie sich eine solche Prüfung vorbereiten lässt, steht unter Lizenzaudit vorbereiten.

Was ist Software Asset Management im Unterschied dazu?

SAM erweitert die Lizenzverwaltung um erkannte Installationen und gemessene Nutzung. Es braucht dafür Agenten auf den Geräten und liefert Aussagen zur tatsächlichen Nutzung. Eine Lizenzverwaltung ohne diese Quellen ist die Grundlage, auf der SAM aufsetzt. Welche Systeme die fehlenden Angaben liefern, steht unter Schnittstellen im IT-Asset-Management. Begriffe wie Lizenzmetrik oder Effective License Position erklärt das ITAM-Glossar.

Wie gehe ich mit Abonnements pro Nutzer und Monat um?

Die Preisbasis wird als „je Platz und Monat“ hinterlegt und die Jahreskosten daraus gerechnet. Wichtig ist der Stichtag der Anpassung: Viele Anbieter erlauben eine Reduzierung der Platzzahl nur zum Verlängerungstermin.

Was passiert mit gerätegebundenen Lizenzen beim Gerätetausch?

Der Platz wandert mit dem Gerät. An die Person ist er in diesem Modell nie gebunden. Wird das Gerät ausgesondert, wird der Platz frei und sollte im selben Vorgang zurückgeholt werden. Ohne diese Verknüpfung bleibt der Platz auf einem Gerät gebunden, das es nicht mehr gibt.

Quellen und Regelwerke