Büroplanung · Fläche

Fläche & Räume

Wie viel Fläche braucht ein Büro? Die Frage wird als eine Zahl gestellt und ist in Wahrheit vier: Arbeitsschutz, Büroform, Ausführung und Mietvertrag.

Vier Blöcke nebeneinander stellen vier Fragen: Was schreibt der Arbeitsschutz vor, welche Büroform passt zur Arbeit, wie wird die Fläche geschnitten und welche Quadratmeterzahl gilt im Vertrag? Ein Querbalken darunter steht für das Flächenmanagement, das alle vier Fragen verbindet.
Vier Fragen führen zu einer Zahl. Wer nur eine davon beantwortet, bekommt eine Flächenzahl, die einer Nachfrage im nächsten Gespräch oft nicht standhält.
Rubrik

Wie viel Fläche braucht ein Büro?

Die Frage wird meist als eine Zahl gestellt und ist in Wahrheit vier. Der Arbeitsschutz setzt Untergrenzen, die Büroform bestimmt den Zuschnitt, die Ausführung entscheidet, ob die Fläche funktioniert. Der Mietvertrag beschreibt sie zusätzlich nach einer ganz eigenen Systematik. Wer nur eine dieser vier beantwortet, endet mit einer Zahl, die beim nächsten Nachfragen nicht mehr stimmt.

Dazu kommt ein Umstand, der viel Verwirrung erzeugt: Die Arbeitsstättenverordnung selbst nennt keine Quadratmeterzahl. Die Zahlen stehen in der ASR A1.2. Sie verlangt für einen Arbeitsraum mindestens 8 m² für den ersten und 6 m² für jeden weiteren Arbeitsplatz. Dazu kommen Raumhöhe, freie Bewegungsfläche und Verkehrswegbreiten. Die bekannten 8 bis 10 m² je Platz sind Richtwerte aus derselben Regel.

Inhalte

Die fünf Seiten dieser Rubrik

Empfehlung

In welcher Reihenfolge das sinnvoll ist

Bei einer Standortsuche oder einem Umbau hat sich diese Reihenfolge bewährt: Zuerst die Zahl der benötigten Arbeitsplätze bestimmen: Das ist eine Frage der Anwesenheit, um Fläche geht es an dieser Stelle noch nicht. Beantwortet wird sie unter Büroauslastung messen.

Dann die Büroform entscheiden, weil sie den Flächenbedarf je Platz und den Zuschnitt bestimmt. Erst danach die Quadratmeterzahl rechnen, und zwar mit allen Posten, also einschließlich Besprechung, Nebenflächen und 20 bis 25 Prozent Verkehrsfläche.

Zuletzt die vertragliche Übersetzung: Die gerechnete Nutzfläche in eine Mietfläche umrechnen, bevor eine Suchanfrage rausgeht. Wer mit der Nutzflächenzahl sucht, bekommt systematisch zu kleine Objekte angeboten und merkt es erst bei der Besichtigung.

Zusammenhang

Was an diese Rubrik angrenzt

Die Zahl der Arbeitsplätze, für die geplant wird, kommt aus der Rubrik Belegung & Auslastung. Dort steht, wie man sie seriös misst und auf welche Kennzahl sich eine Entscheidung stützen kann.

Wie die geplante Fläche anschließend belegt wird, behandelt Sitzplan & Sitzordnung. Bei einem Umzug in eine neue Fläche kommen Fristen, Kosten und Übergabe hinzu, zusammengefasst unter Büroumzug. Und wenn die Fläche kleiner werden soll, weil nicht mehr alle täglich da sind, gehört das Vorgehen dazu, das unter Arbeitsmodelle & Spielregeln steht.

FAQ

Häufige Fragen

Wie viel m² braucht ein Büroarbeitsplatz?

Als Richtwert nennt die ASR A1.2 8 bis 10 m² je Arbeitsplatz im Zellenbüro und 12 bis 15 m² im Großraumbüro. Verbindlich ist eine Mindestgrundfläche von 8 m² für den ersten und 6 m² für jeden weiteren Arbeitsplatz im Raum. Dazu kommen eine freie Bewegungsfläche von mindestens 1,5 m² und die Mindestraumhöhe je nach Grundfläche.

Warum steht im Mietvertrag eine andere Fläche als im Grundriss?

Weil beide verschiedene Systematiken verwenden. Der Grundriss folgt meist der DIN 277 und weist Nutzungsfläche aus; der Mietvertrag folgt der Richtlinie MF-GIF und enthält zusätzlich anteilige Gemeinschaftsflächen wie Flure, Sanitärbereiche und Foyer. Die Differenz beträgt typischerweise 10 bis 25 Prozent.

Spart ein Großraumbüro Miete?

Je Arbeitsplatz spart es kaum Miete. Der Flächenrichtwert liegt im Großraumbüro über dem des Zellenbüros, weil mehr Verkehrsfläche, Abschirmung und Rückzugsräume nötig sind. Gespart wird bei späteren Umbaukosten und im Betrieb. Das ist ein realer Vorteil an einer anderen Stelle, als oft behauptet wird.

Regelwerke, auf die sich diese Rubrik stützt