Das Wichtigste in Kürze
- Ein Sitzplan entsteht in fünf Schritten: Grundriss beschaffen, Maßstab und Räume festlegen, Arbeitsplätze anlegen und nummerieren, Personen und Ausstattung zuordnen, Pflege regeln.
- Die Nummer gehört an den Platz, nicht an die Person. Sonst muss bei jedem Wechsel die Nummer mitwandern – und nach zwei Jahren stimmt nichts mehr.
- Vier Angaben je Platz reichen in den meisten Häusern: Nummer, Person, Team, Status. Alles Weitere muss jemand dauerhaft pflegen wollen.
- Ein Sitzplan mit Klarnamen ist eine Verarbeitung personenbezogener Daten. Rechtsgrundlage, Sichtbarkeit und Löschfristen gehören vor die erste Veröffentlichung geklärt.
- Der Maßstab lässt sich aus jedem PDF rekonstruieren, wenn eine bekannte Strecke im Plan liegt – eine Standardtür ist 0,885 m breit im lichten Durchgang, ein Deckenraster meist 1,25 oder 1,35 m.
- Werkzeugwahl nach zwei Fragen: Wie oft ändert sich etwas, und wie viele Personen pflegen mit? Bei einer Person und wenigen Änderungen im Jahr trägt eine Tabelle. Ab etwa fünfzig Plätzen mit monatlichen Wechseln nicht mehr.
- Ohne benannte zuständige Person veraltet jeder Plan – unabhängig vom Werkzeug. Das ist die häufigste Ursache, wenn ein Plan „nicht funktioniert hat".
Wofür der Plan da ist – und wofür nicht
Die meisten Sitzpläne entstehen, weil jemand eine konkrete Frage nicht beantworten konnte: Wo sitzt die neue Kollegin ab Montag? Welche Plätze sind im 3. OG noch frei? Wo steht der Drucker, den die Buchhaltung meint? Das sind Betriebsfragen, keine Designfragen. Ein Sitzplan, der sie beantwortet, ist gut genug – auch wenn er nicht hübsch ist.
Nützlich ist die Unterscheidung von drei Dokumenten, die oft durcheinandergehen. Der Sitzplan beantwortet: Wer sitzt an welchem Platz? Der Belegungsplan beantwortet: Wie viel Kapazität ist genutzt? Der Fluchtwegplan beantwortet: Wie kommt man raus? Alle drei nutzen denselben Grundriss, aber sie haben verschiedene Verantwortliche, verschiedene Aktualisierungsrhythmen und verschiedene Empfänger. Wer sie in einem Dokument zusammenzwingt, bekommt eines, das für alle drei Zwecke halb taugt.
Ein Sitzplan ist außerdem kein Buchungssystem. Er zeigt einen Zustand, keine Reservierung. Sobald Plätze tageweise vergeben werden sollen, ist das ein anderes Werkzeug mit anderen Anforderungen – nachzulesen unter Desk Sharing: Konzept, Regeln, Grenzen.
Den Grundriss beschaffen – in dieser Reihenfolge
Der Grundriss ist die einzige Zutat, die man nicht selbst erzeugen kann. Vier Quellen, nach Aufwand sortiert:
- Mietvertrag und Anlagen. Gewerbemietverträge enthalten fast immer eine Flächenanlage mit Grundriss, auf der die angemietete Fläche schraffiert ist. Das ist die rechtlich relevante Fassung – und oft die einzige, die der Vermieter herausgibt, ohne zu fragen, wofür.
- Bauakte oder Architekt. Bei Gebäuden nach etwa 2005 existiert eine DWG- oder DXF-Datei. Danach fragen lohnt sich: Mit einer Vektordatei entfällt der gesamte Maßstabsschritt. Bei älteren Häusern liegt oft nur ein eingescannter Pauspapierplan vor, auf dem eine Wand seit drei Umbauten nicht mehr steht.
- Facility Management des Vermieters. In größeren Objekten pflegt der Vermieter selbst CAFM-Daten und gibt Etagenpläne als PDF heraus. Diese Pläne sind meist aktueller als die Vertragsanlage.
- Selbst aufmessen. Der letzte Ausweg, aber machbar: Ein Laserentfernungsmesser kostet unter 50 Euro, und für eine Etage mit zwölf Räumen braucht man mit zwei Personen etwa drei Stunden. Wichtig ist, konsequent im Uhrzeigersinn zu messen und Türöffnungen mitzunehmen – sonst schließt sich der Umriss am Ende nicht.
Wer nach dem Grundriss fragt, sollte gleich nach der Flächenberechnung mitfragen. Beides liegt in derselben Ablage, und die Flächenzahlen braucht man spätestens, wenn jemand wissen will, wie viel Quadratmeter je Arbeitsplatz herauskommen. Wie die verschiedenen Flächenbegriffe zusammenhängen, steht unter BGF, NUF und Mietfläche.
Zum Format: Ein PDF reicht für alles, was hier beschrieben wird. Der Vorteil von DWG/DXF liegt darin, dass Wände als Linien mit echten Koordinaten vorliegen – man kann Räume automatisch erkennen lassen und Flächen exakt berechnen. Wer nur ein Papier hat, scannt es mit mindestens 300 dpi; Handyfotos verzerren die Perspektive so stark, dass der Maßstab an einer Ecke stimmt und an der anderen um zehn Prozent daneben liegt.
Maßstab setzen und Räume abgrenzen
Ohne Maßstab ist ein Sitzplan ein Bild. Mit Maßstab ist er ein Modell, aus dem sich Flächen, Abstände und Kapazitäten ableiten lassen. Der Aufwand dafür beträgt zehn Minuten.
Das Verfahren: eine Strecke im Plan suchen, deren wahre Länge bekannt ist, und diese Referenz einmal setzen. Brauchbare Referenzen in fast jedem Bürogebäude:
- Türen. Die häufigste Innentür in deutschen Bürobauten hat ein lichtes Durchgangsmaß von 0,885 m (Baurichtmaß 875 mm, Zargenaußenmaß 1.010 mm). Fluchttüren sind breiter, meist 1,01 m lichtes Maß.
- Deckenraster. Abgehängte Decken folgen fast immer 1,25 m oder 1,35 m Achsmaß. Wenn im Plan Rasterlinien eingezeichnet sind, ist das die genaueste Referenz, weil sich der Fehler über viele Felder mittelt.
- Der eingedruckte Maßstabsbalken. Wenn vorhanden, die einfachste Lösung – aber nur, wenn der Plan nicht skaliert ausgedruckt wurde. Ein „1:100" im Schriftfeld sagt nichts darüber, wie das PDF später verkleinert wurde. Der Balken skaliert mit, die Zahl nicht.
Dann werden Räume abgegrenzt und benannt. Hier lohnt Disziplin: Ein Raum ist eine geschlossene Fläche mit einer Nummer und einer Funktion. Flure, Teeküchen und Technikräume bekommen genauso eine Nummer wie Büros – auch wenn dort nie jemand sitzt. Sonst fehlt später die Bezugsfläche, wenn jemand die Auslastung je Etage rechnen will, und man diskutiert darüber, ob der Flur mitzählt. Details zur Systematik stehen unter Raum- und Arbeitsplatznummerierung.
Arbeitsplätze anlegen, bevor jemand darauf sitzt
Das ist der Schritt, an dem sich brauchbare von unbrauchbaren Sitzplänen trennen. Die Versuchung ist groß, direkt Namen auf den Grundriss zu schreiben. Wer das tut, hat keinen Sitzplan, sondern eine Namensliste mit Bild – und merkt es in dem Moment, in dem jemand geht und der Platz „verschwindet".
Ein Arbeitsplatz ist ein eigenständiges Objekt mit eigener Identität. Er existiert, wenn niemand darauf sitzt. Er hat eine Nummer, eine Position im Raum, eine Ausstattung und einen Status. Die Person ist eine Zuordnung, die sich ändert – so wie ein Mietvertrag zur Wohnung gehört und nicht umgekehrt.
Konkret bedeutet das drei Regeln:
- Nummer vor Namen. Jeder Platz bekommt seine Kennung bei der Anlage, nicht bei der ersten Belegung.
- Nummern werden nicht wiederverwendet. Wird ein Platz aufgelöst, bleibt seine Nummer verbrannt. Das kostet nichts und rettet jede spätere Rückverfolgung – etwa wenn jemand fragt, welche Hardware im letzten Jahr an Platz B-2-014-03 stand.
- Auch leere Plätze werden gezählt. Ein freier Platz ist eine Information, kein fehlender Eintrag. Genau daraus entsteht später die Belegungsquote.
Wie viele Plätze in einen Raum passen, ist keine Geschmacksfrage. Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.2 gibt eine Mindestgrundfläche je Arbeitsplatz und eine freie Bewegungsfläche vor; die Zahlen und der Unterschied zwischen Pflicht und Richtwert stehen unter Bürofläche pro Mitarbeiter nach ASR A1.2.
Welche Angaben je Platz wirklich hineingehören
Jedes zusätzliche Feld ist eine Verpflichtung. Es muss befüllt, geprüft und aktualisiert werden – und ein Feld, das zu 60 Prozent gefüllt ist, ist schlimmer als keines, weil niemand weiß, ob eine Lücke „nein" oder „nicht gepflegt" bedeutet.
Der Pflichtsatz: vier Felder
- Nummer
- Eindeutig über den gesamten Bestand, nicht nur innerhalb des Raums. Sie ist der Schlüssel, über den Inventar, Telefonliste und Umzugsplanung zusammenfinden.
- Person
- Wer sitzt hier regulär? Bei geteilten Plätzen bleibt das Feld leer und der Status trägt die Information – nicht umgekehrt.
- Team oder Organisationseinheit
- Die Angabe, nach der am häufigsten gefiltert wird. Sie überlebt Personalwechsel und macht Teamflächen sichtbar.
- Status
- Fest, geteilt, frei, gesperrt. Vier Werte reichen. Ein gesperrter Platz braucht zusätzlich einen Grund und ein Enddatum, sonst bleibt er für immer gesperrt.
Nützlich, sobald jemand sie pflegt
Ausstattung (Monitore, Dockingstation, Telefon) ist die häufigste sinnvolle Ergänzung – vor allem, weil sie die Brücke zur IT-Inventarverwaltung schlägt und beim Onboarding die Frage beantwortet, was am Platz schon steht. Ebenfalls brauchbar: Höhenverstellbarkeit des Tisches, Anschlussdose, Erreichbarkeit ohne Stufen.
Was nicht auf den Sitzplan gehört
Gehalt, Vertragsart, Geburtsdatum, Fehlzeiten, private Kontaktdaten, Gesundheitsangaben. Diese Daten sind entweder besonders geschützt oder haben keinen Ortsbezug. Ein Sitzplan wird typischerweise breiter geteilt als eine Personalakte – Empfang, IT, Reinigung, teilweise auch Besucher sehen ihn. Was dort steht, ist faktisch im ganzen Haus bekannt. Die datenschutzrechtliche Seite ist ausführlich unter Sitzplan und Datenschutz beschrieben.
Pflege: die Frage, an der es tatsächlich hängt
Ein Sitzplan ist kein Dokument, sondern ein Prozess. Der Aufwand für die Erstellung liegt bei ein bis drei Tagen. Der Aufwand für die Pflege liegt bei fünf bis fünfzehn Minuten je Änderung – dauerhaft. Wer nur den ersten Posten einplant, hat nach einem Jahr einen Plan, dem niemand mehr glaubt.
Drei Festlegungen genügen:
- Eine zuständige Person mit Vertretung. Nicht „das Office-Team", sondern ein Name. Geteilte Verantwortung führt bei Sitzplänen zuverlässig dazu, dass niemand pflegt.
- Ein definierter Auslöser. Wer meldet was bis wann? Bewährt hat sich, die Meldung an bestehende Prozesse zu hängen: Eintritt und Austritt kommen ohnehin von HR, Umzüge innerhalb des Hauses von der Teamleitung. Ein eigener Meldeweg wird nicht benutzt.
- Eine Version, die gilt. Der Ort, an dem der aktuelle Plan liegt, muss eindeutig sein. Sobald zwei Fassungen kursieren, gewinnt die falsche – meist die, die jemand vor einem halben Jahr ausgedruckt und an die Küchentür gehängt hat.
Ein Quartalsrhythmus für die Vollprüfung reicht in den meisten Häusern. Dabei wird nicht der Plan gelesen, sondern durch die Etage gegangen: Steht an Platz B-2-014-03 die Person, die dort stehen soll? Diese Begehung dauert für hundert Plätze etwa eine Stunde und findet mehr Abweichungen als jede Datenprüfung am Bildschirm.
Der Plan bleibt aktuell, solange die Person, die ihn angelegt hat, im Haus ist. Danach kippt er innerhalb weniger Monate. Wer die Pflege nicht an eine Rolle bindet, sondern an eine Person, baut eine Zeitbombe mit ungefähr achtzehn Monaten Laufzeit.
Das Datenmodell dahinter
Unabhängig davon, ob der Plan in einer Tabelle, einer Zeichnung oder einer Datenbank liegt: Er bildet immer dieselbe Hierarchie ab. Wer eine Ebene überspringt, kann später nicht mehr sauber auswerten.
Der praktische Nutzen zeigt sich beim Zählen. Die Frage „Wie viele freie Plätze haben wir in Ulm?" ist nur beantwortbar, wenn Standort, Gebäude und Raum getrennt geführt werden. Liegt alles in einem Textfeld „Ort", muss jemand Zeichenketten vergleichen – und scheitert an „2. OG", „2.OG" und „2. Obergeschoss" in derselben Spalte.
Eine Ebene, die häufig fehlt, ist das Stockwerk. Es wirkt redundant, solange ein Haus eine Etage hat. Es wird gebraucht, sobald jemand Fluchtwegzuständigkeiten, Etagenkapazitäten oder Reinigungszyklen ableiten will – alles Fragen, die sich auf Etagen beziehen und nicht auf Räume.
Papier, Tabelle, Zeichenprogramm, CAD oder Fachsoftware?
Die Werkzeugfrage wird meist zu früh gestellt. Sinnvoll wird sie erst, wenn zwei Zahlen bekannt sind: wie viele Plätze geführt werden und wie viele Änderungen pro Monat anfallen. Alles andere – Preis, Optik, Funktionsumfang – ist nachrangig.
| Kriterium | Papier | Tabelle | Zeichenprogramm | CAD | Fachsoftware |
|---|---|---|---|---|---|
| Grundrissbezug | ja | nein | ja | ja, exakt | ja |
| Auswertbar (zählen, filtern) | nein | ja | nein | bedingt | ja |
| Mehrere Bearbeiter | nein | konfliktanfällig | konfliktanfällig | nein | ja |
| Änderungshistorie | nein | nein | nein | je nach System | ja |
| Einarbeitung | keine | keine | Stunden | Wochen | Stunden |
| Trägt bis etwa | 20 Plätze | 50 Plätze | 60 Plätze | unbegrenzt | unbegrenzt |
| Laufende Kosten | keine | keine | gering | hoch | mittel |
Wo die einzelnen Kategorien tatsächlich scheitern
Papier und Aushang funktionieren erstaunlich lange, wenn sich wenig ändert. Ihr Bruch kommt nicht durch die Größe, sondern durch die Verteilung: Sobald der Plan an drei Stellen hängt, hängen dort drei verschiedene Stände.
Tabellen scheitern an zwei Dingen. Erstens fehlt der Ortsbezug: Eine Zeile „Platz 14, Frau Berger, Vertrieb" beantwortet nicht, wo Platz 14 liegt – dafür braucht es zusätzlich einen Plan, und ab da gibt es zwei Quellen. Zweitens der Versionsstand: Sobald zwei Personen dieselbe Datei bearbeiten, entsteht „Sitzplan_final_v3_NEU.xlsx". Wer trotzdem mit einer Tabelle startet – für viele Häuser der richtige erste Schritt –, findet unter Sitzplan-Vorlage für Excel, PDF und PowerPoint einen brauchbaren Aufbau samt Grenzen.
Zeichenprogramme (Visio, draw.io, PowerPoint, Illustrator) liefern das schönste Ergebnis und die geringste Datenqualität. Ein Name in einem Textfeld ist für die Software eine Zeichenkette ohne Bedeutung: Man kann nicht zählen, nicht filtern, nicht auswerten. Für einen einmaligen Aushang ist das völlig ausreichend. Als laufend gepflegte Quelle ist es die aufwendigste aller Varianten, weil jede Änderung Handarbeit ist.
CAD ist präzise und für alles außer Flächenplanung überdimensioniert. Wer keine Bauplanung betreibt, zahlt Lizenz und Einarbeitung für Genauigkeit, die im Sitzplan keine Rolle spielt – ob ein Schreibtisch fünf Zentimeter weiter links steht, ändert keine Entscheidung.
Fachsoftware reicht vom vollen CAFM-System bis zu leichtgewichtigen Werkzeugen. Der Unterschied liegt weniger im Funktionsumfang als im Einführungsaufwand: Ein CAFM-Projekt läuft in Monaten, weil es Stammdaten, Schnittstellen und Prozesse mitbringt. Wo es um Sitzplan, Personen und Geräte geht und nicht um Instandhaltung und Wartungsverträge, ist das ein Missverhältnis. Was Flächenmanagement in der Breite umfasst und wann der Schritt zu CAFM wirklich ansteht, steht unter Flächenmanagement: Aufgaben, Daten, Kennzahlen.
Diese Site gehört zu WerSitztWo?, einem Werkzeug aus der letzten Kategorie – das ist beim Lesen des Vergleichs mitzudenken. Die Kriterienliste oben ist trotzdem die, nach der ich selbst entscheiden würde: Wenn eine Tabelle für den Bestand reicht, ist eine Tabelle die richtige Antwort.
Fünf Fehler, die sich zuverlässig wiederholen
Diese Muster stammen aus dem, was beim Bau eines Sitzplan-Werkzeugs an Bestandsdaten hereinkommt – Tabellen und Pläne, die Organisationen über Jahre geführt haben. Sie wiederholen sich unabhängig von Branche und Größe.
- Die Person ist der Datensatz. Der Plan führt Menschen, denen ein Ort zugeordnet ist, statt Orte, denen ein Mensch zugeordnet ist. Symptom: Wer geht, nimmt seinen Platz mit aus der Liste. Die Etage schrumpft auf dem Papier, obwohl der Tisch noch dasteht.
- Zwei Wahrheiten. Der Grundriss liegt als Zeichnung vor, die Zuordnung in einer Tabelle – und beide werden getrennt gepflegt. Nach spätestens einem halben Jahr widersprechen sie sich, und niemand weiß mehr, welche recht hat.
- Sprechende Nummern, die nicht mehr sprechen. „VT-03" für den dritten Vertriebsplatz ist elegant, bis der Vertrieb umzieht. Dann sitzt die Buchhaltung auf VT-03, und jede Nummer erzählt eine Geschichte, die nicht mehr stimmt.
- Der Plan kennt keine leeren Plätze. Erfasst wird nur, wo jemand sitzt. Damit ist die wichtigste Frage – wo ist noch Platz? – ausgerechnet die, die der Plan nicht beantwortet.
- Kein Enddatum bei Sperrungen. Ein Platz wird wegen Umbau gesperrt, der Umbau ist nach vier Wochen fertig, der Status bleibt. Nach zwei Jahren sind zwölf Prozent des Bestands aus Gründen gesperrt, an die sich niemand erinnert.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, einen Sitzplan für 100 Arbeitsplätze zu erstellen?
Mit vorhandenem Grundriss ein bis zwei Arbeitstage: etwa zwei Stunden für Maßstab und Raumabgrenzung, drei bis vier Stunden für das Anlegen und Nummerieren der Plätze, den Rest für die Zuordnung von Personen und die Klärung der Zweifelsfälle. Ohne Grundriss kommen für das Aufmaß etwa drei Stunden je Etage dazu.
Braucht man für einen Sitzplan die Zustimmung der Mitarbeitenden?
In der Regel nicht. Die Verarbeitung stützt sich üblicherweise auf das berechtigte Interesse nach Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe f DSGVO oder auf Paragraf 26 BDSG, weil die Zuordnung für den Betrieb erforderlich ist. Eine Einwilligung wäre im Arbeitsverhältnis ohnehin heikel, weil sie freiwillig sein muss. Entscheidend sind Detailgrad und Sichtbarkeit – dazu ausführlich die Seite zum Sitzplan-Datenschutz.
Reicht Excel für einen Bürositzplan?
Bis etwa fünfzig Plätzen mit wenigen Änderungen im Jahr: ja, wenn eine Person pflegt. Die Grenze ist selten die Zeilenzahl, sondern die parallele Bearbeitung und der fehlende Grundrissbezug. Sobald mehrere Personen dieselbe Datei ändern oder monatlich Plätze wechseln, kostet die Versionspflege mehr Zeit als der Umstieg.
Wie oft muss ein Sitzplan aktualisiert werden?
Bei jeder Änderung sofort und zusätzlich einmal im Quartal vollständig geprüft. Die anlassbezogene Pflege hält den Plan aktuell, die Quartalsprüfung findet, was durchgerutscht ist. Für hundert Plätze dauert eine Begehung mit Abgleich etwa eine Stunde.
Was ist der Unterschied zwischen Sitzplan und Belegungsplan?
Der Sitzplan beantwortet, wer an welchem Platz sitzt – die Zuordnung Person zu Ort. Der Belegungsplan beantwortet, wie viel Kapazität genutzt wird – also Quoten, freie Plätze und Auslastung je Etage. Beide beruhen auf denselben Daten, richten sich aber an unterschiedliche Empfänger und werden unterschiedlich oft gebraucht.
Quellen und Regelwerke
- BAuA – ASR A1.2 „Raumabmessungen und Bewegungsflächen", Ausgabe September 2013, zuletzt geändert GMBl 2022
- Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), gesetze-im-internet.de
- § 26 BDSG – Datenverarbeitung für Zwecke des Beschäftigungsverhältnisses
Dieser Text gibt den Stand vom August 2026 wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind der jeweilige Gesetzes- und Regeltext sowie die Umstände des Einzelfalls.